Dienstleistungen: Geschäftslage positiver
ifo Konjunkturperspektiven Nr. 12/2011
I.
Der ifo Geschäftsklimaindikator für das Dienstleistungsgewerbe (ohne Handel, Kreditgewerbe, Leasing, Versicherungen und ohne Staat) ist im Dezember deutlich gestiegen. Die befragten Dienstleister waren mit ihrer momentanen Geschäftslage zufriedener als im Vormonat und schätzten zudem ihre Geschäftsaussichten für die nächsten sechs Monate günstiger ein. Die Umsätze waren höher als im vergleichbaren Vorjahresmonat, die Testteilnehmer rechneten allerdings für die nahe Zukunft kaum noch mit Umsatzsteigerungen.
Den Firmenmeldungen zufolge haben sich die Beschäftigungsperspektiven im Dienstleistungsgewerbe leicht verbessert.
II.
Im Transportwesen hat sich das Geschäftsklima im Bereich Personenbeförderung zu Land, Güterbeförderung im Straßenverkehr, Taxibetriebe u.a. verschlechtert. Während die momentane Lage ebenso günstig wie im November eingestuft wurde, waren die Firmen bezüglich ihrer Perspektiven in den nächsten sechs Monaten deutlich skeptischer als im November. Im Bereich Güterbeförderung im Straßenverkehr zeigte der Geschäftsklimaindikator erneut nach unten.
Während die Firmen im Verlauf der vergangenen Monate per saldo nur leichte Umsatzrückgänge zu verkraften hatten, rechneten sie für die nächste Zeit jedoch mit einem deutlichen Minus. Dennoch stuften noch 25% der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage im Dezember als gut ein, 69% als befriedigend und nur 6% als schlecht. Die Geschäftsentwicklung in den nächsten sechs Monaten sahen die Testteilnehmer hingegen nicht mehr so günstig: Nur noch 5% der befragten Firmen erwarteten eine bessere Geschäftslage,
jedoch 39% eine schlechtere. Eine Reduzierung der Mitarbeiterzahl wurde häufiger geplant als im Vormonat.
Der Bereich Spedition (einschließlich Logistik) bewertete seine aktuelle Geschäftssituation spürbar weniger günstig, war aber bezüglich der Perspektiven für die kommenden sechs Monate nicht mehr ganz so skeptisch. Der Geschäftsklimaindikator gab auf + 5 Prozentpunkte nach.
Für die nahe Zukunft rechneten die befragten Unternehmen per saldo mit Umsatzeinbußen.
Im Bereich Touristik blieb der Klimaindikator unverändert. Die Reisebüros und Reiseveranstalter stuften ihre aktuelle Lage nicht mehr so günstig ein, zeigten sich aber bezüglich ihrer Geschäftserwartungen etwas zuversichtlicher als im November. Die Firmen hatten höhere Umsätze als vor Jahresfrist und rechneten mit weiteren Umsatzsteigerungen.
Vermehrt planten sie die Einstellung zusätzlicher Mitarbeiter. Preisanhebungen in der nahen Zukunft waren nicht mehr so oft vorgesehen. Bei den Architektur- und Ingenieurbüros hat sich das Geschäftsklima verbessert. Die Firmen berichteten von einer
günstigeren aktuellen Geschäftslage und schätzten zudem ihre Perspektiven wieder zuversichtlicher ein. Der Umsatz des vergleichbaren Vorjahresmonats wurde übertroffen. Die Firmen waren mit ihrer Auftragssituation im Dezember leicht zufriedener und erwarteten per saldo kaum noch Umsatzeinbußen in der nahen Zukunft. Die Zahl der Mitarbeiter wollte man erhöhen.
Der Bereich Datenverarbeitung bewertete seine aktuelle Lage noch positiver als im November: 57% der Unternehmen bezeichneten sie als gut, nur 6% als ungünstig. Auch bezüglich der Entwicklung in den kommenden sechs Monaten zeigten sie sich zuversichtlicher. Das Geschäftsklima verbesserte sich auf + 34 Prozentpunkte. Die Umsätze waren höher als vor Jahresfrist und die DV-Dienstleister gingen von einem weiteren, sich allerdings abschwächenden Umsatzwachstum in der nächsten Zeit aus. Eine Vergrößerung des Mitarbeiterstamms war erneut vorgesehen.
Der Geschäftsklimaindikator im Bereich Unternehmens-/Steuer-/Rechtsberatung (einschließlich Wirtschaftsprüfung, Marktforschung, Public-Relations-Beratung u.a.) ist im Dezember deutlich gestiegen. Die Unternehmen berichteten von einer noch besseren aktuellen Geschäftslage und schätzten zudem ihre Aussichten für die nächsten sechs Monate optimistischer ein als im November. 75% der befragten Firmen rechneten für die nahe Zukunft mit stagnierenden Umsätzen, 18% mit steigenden und 7% mit sinkenden. Den Beschäftigungsaufbau der vergangenen Monate wollte man intensiviert fortsetzen. Auch im Teilbereich Unternehmens- und Public-Relations-Beratung wurden die aktuelle Situation und auch die Geschäftsaussichten spürbar günstiger bewertet.
Das Geschäftsklima verbesserte sich auf + 35 Prozentpunkte. Die Umsätze lagen über dem Vorjahresniveau und die Firmen gingen noch häufiger als im November von steigenden Umsätzen in der nächsten Zeit aus. Den Personalbestand plante man aufzustocken. Vermehrt wurden Preisanhebungen geplant.
Die Firmen der Werbebranche bewerteten ihre Perspektiven für die kommenden sechs Monate zwar ungünstiger, stuften die momentane Lage jedoch wesentlich positiver ein als im November, so dass der Klimaindikator auf + 23 Prozentpunkte anstieg. Die Umsätze waren merklich höher als im vergleichbaren Vorjahresmonat und die Firmen erwarteten für die nahe Zukunft ein leichtes Umsatzplus. Merklich öfter wurden Preisanhebungen geplant.
Der Bereich Personal- und Stellenvermittlung/Überlassung von Arbeitskräften war in seinen Geschäftserwartungen für
das kommende halbe Jahr deutlich weniger skeptisch und berichtete von einer noch etwas günstigeren aktuellen Geschäftslage.
Der Klimaindikator verbesserte sich auf + 19 Prozentpunkte. Hinsichtlich ihrer Umsatzentwicklung in der nächsten Zeit zeigten sich die Personaldienstleister per saldo allerdings fast so skeptisch wie im November. Rund ein Drittel der befragten Firmen wollte zudem auch in der nahen Zukunft Personal abbauen. Gleichzeitig waren Preisanhebungen noch etwas häufiger als bislang vorgesehen.
Das Gastgewerbe war mit seiner aktuellen Situation nicht mehr so zufrieden und sah den kommenden Monaten mit leicht vermehrter Skepsis entgegen. Der Klimaindikator sank auf + 1 Prozentpunkt. Der Umsatz des vergleichbaren Vorjahresmonats wurde zwar übertroffen, die Betriebe rechneten aber häufiger als im November mit Umsatzrückgängen in der nächsten Zeit. Im Beherbergungsgewerbe (Hotels, Gasthöfe, Pensionen) fiel die Lagebeurteilung nicht mehr ganz so positiv aus und es gab hinsichtlich der Umsatzerwartungen für die nächste Zeit kaum noch optimistische Stimmen. Die weitere Geschäftsentwicklung wurde aber nicht mehr ganz so zurückhaltend eingeschätzt wie im November.
Die Geschäftslage im Bereich Gastronomie (Restaurants, Cafés) wurde mit per saldo + 22% etwas günstiger eingestuft als im Vormonat, die Perspektiven für die nächs ten sechs Monate aber nahezu unverändert skeptisch eingeschätzt. Für die nahe Zukunft gingen die Firmen häufiger als bisher von Umsatzrückgängen aus.
Im Bereich Mobilien-Leasing wurden die aktuelle Situation und auch die Perspektiven für die nächsten sechs Monate spürbar günstiger bewertet. Das Geschäftsklima verbesserte sich auf + 18 Prozentpunkte.