IP-Mittelstand

Informationen rund um die Uhr

Lesen Sie auf den folgenden Seiten Wichtiges aus der Praxis für die Praxis.

Direktkontakt? Sehr gerne! 02 34/47 69 235 oder kontakt(at)ip-mittelstand.de.

Verarbeitendes Gewerbe: Zuversichtliche Geschäftserwartungen

ifo Konjunkturperspektiven 08 / 2017 44. Jahrgang

I.
Obwohl sich die Nachfrage weiterhin dynamisch entwickelte, bewerteten die befragten Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe ihre momentane Geschäftslage nicht mehr ganz so positiv wie zuletzt. Der Saldo lag jedoch weiterhin deutlich über dem Vorjahreswert. Auf den ausländischen Märkten wurden weiterhin Wachstumspotenziale ausgemacht, wenn auch etwas seltener als im Vormonat. Die Geschäftsperspektiven für das kommende Halbjahr fielen dennoch erneut günstiger aus, so dass sich das Geschäftsklima insgesamt leicht verbesserte. In den Teilbereichen Vorleistungs-und Investitionsgüter zeigte sich dasselbe Bild. Im Konsumgüterbereich hingegen waren auch die Geschäftsperspektiven etwas weniger zuversichtlich als in den Monaten zuvor, so dass der Klimaindikator sank. Die Lagerüberhänge im Mittel des gesamten Verarbeitenden Gewerbes stiegen geringfügig an, lagen jedoch deutlich unterhalb des langfristigen Mittelwerts. Bei günstigen Auftragsbeständen waren die Produktionspläne entsprechend expansiv, wenn auch etwas weniger deutlich als im Vormonat. Zuletzt meldeten mehr Firmen Produktionsbehinderungen, insbesondere durch Arbeitskräftemangel, und die Beschäftigtenpläne wurden angehoben.

II.
Der Umsatz im Bereich der Nahrungs- und Genussmittel lag laut Statistischem Bundesamt im ersten Halbjahr 2017 knapp 5% (vorläufig) über dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Auch die Urteile zur momentanen Geschäftslage fielen – bei einem unsteten Nachfragewachstum − in den ersten acht Monaten dieses Jahres sichtlich günstiger aus als im Vorjahr. Die Geschäftsperspektiven waren ebenfalls merklich optimistischer als vor Jahresfrist, nahmen im August jedoch wieder ab. Die Exporterwartungen deuten
auf ein Ansteigen der Ausfuhren in den kommenden drei Monaten hin. Das Geschäftsklima bewegt sich seit Februar auf hohem Niveau und lag kontinuierlich oberhalb des langfristigen Mittelwerts. Die Kapazitätsauslastung lag im Juli mit 78,4% über dem Vorjahreswert von 77,2%, war jedoch etwas niedriger als in der ersten Jahreshälfte. Die Produktionspläne wurden – bei saisonüblichen Lagerüberhängen – zuletzt deutlich angehoben.

III.
Gemäß dem Verband der Chemischen Industrie e.V. (VCI) stieg der Umsatz in der chemischen Industrie im ersten Halbjahr 2017 um 5%. Auch die Urteile zur Geschäftslage lagen für diesen Zeitraum konstant oberhalb der jeweiligen Vorjahreswerte. Im Juli stieg der Indikator weiter, der Spitzenwert wurde im August nur knapp verfehlt. Für das gesamte Jahr 2017 prognostizierte der VCI ebenfalls ein Umsatzwachstum von 5%. Nachdem die Geschäftsperspektiven im Juli und August weiter gestiegen sind, könnte das Umsatzwachstum sogar noch höher ausfallen. Insgesamt erreichte der Geschäftsklimaindikator im August den höchsten Stand seit Juni 2011. Laut VCI legten die Exporte im Juni 2017 im Vergleich zum Vorjahr zu. Die Exporterwartungen stiegen im Juli deutlich an und gingen im August nur leicht zurück, was auf eine anhaltend positive Entwicklung auf den ausländischen Märkten hindeutet. Die Beurteilung der Auftragsbestände fiel günstiger aus. Passend dazu gab der VCI an, dass die Produktion im ersten Halbjahr 2017 um 1,5% angestiegen ist. Die Produktionspläne lagen im Juli und August sichtlich über den jeweiligen Vorjahreswerten, so dass auch für die kommenden Monate mit weiteren Produktionssteigerungen zu rechnen ist. Die Kapazitätsauslastung lag mit 86,5% zwar unter dem Aprilwert, aber deutlich über Jahresfrist.

IV.
Die deutsche Möbelindustrie konnte 2016 ihren Umsatz zum dritten Mal in Folge steigern. Auch im Jahr 2017 lag das Geschäftsklima im Bereich Herstellung von Möbeln – trotz gewisser Schwankungen – kontinuierlich oberhalb des langfristigen Mittelwerts. Bei einer in den ersten acht Monaten dieses Jahres größtenteils schwungvollen Nachfrage fielen die Urteile zur aktuellen Geschäftslage überwiegend günstig aus, auch wenn die amtliche Statistik auf eine zurückhaltende Umsatzentwicklung im ersten Halbjahr 2017 hindeutet. Die Geschäftsperspektiven verbesserten sich aktuell und deuten auf Zuwächse in den nachfolgenden Monaten hin. Dabei profitierte die Branche unter anderem von der günstigen Entwicklung des Wohnungsbausektors. Auch im Auslandsgeschäft wurden Wachstumspotenziale ausgemacht. Die Kapazitätsauslastung lag mit 85,8% sichtlich unter dem Vorjahreswert. Die im August deutlich angehobenen Produktionspläne lassen jedoch Steigerungen in den kommenden Monaten vermuten.