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Verarbeitendes Gewerbe: Günstige Exportaussichten

I.
Der Geschäftsklimaindikator im Verarbeitenden Gewerbe konnte den Spitzenwert vom Vormonat nicht ganz halten. Die befragten Unternehmen waren ‒ trotz einer weiterhin schwungvollen Nachfrage ‒ nicht mehr so zufrieden mit ihrer momentanen Geschäftslage wie zuletzt. Der Blick auf die kommenden Monate war geringfügig weniger optimistisch, auch wenn auf den Auslandsmärkten per Saldo etwas häufiger mit Zuwächsen gerechnet wurde. Die Produktionspläne wurden wieder angehoben, unter anderem wegen der relativ niedrigen Lagerüberhänge und einer günstigen Auftragslage.

II.
Den amtlichen Zahlen zufolge stieg der Umsatz im Bereich der Gummi- und Kunststoffwaren im ersten Halbjahr 2017 kontinuierlich an. Auch die Einschätzungen zur aktuellen Geschäftslage verbesserten sich im ersten Quartal stetig und konnten im zweiten Quartal das hohe Niveau halten. Die Geschäftserwartungen fielen zwar erneut etwas weniger zuversichtlich aus, insgesamt kann jedoch weiterhin mit einer positiven Entwicklung gerechnet werden. Die Exportaussichten verbesserten sich in den vergangenen Monaten merklich, was auf einen Anstieg der Ausfuhrtätigkeiten hindeutet. Das Geschäftsklima gab – nach dem vorläufigen Jahreshöchststand im Juli – leicht nach, erholte sich zuletzt aber wieder.
Die Nachfrage blieb in den vergangenen Monaten dynamisch, was sich auch in der Zufriedenheit mit den Auftragsbeständen zeigte. Der Saldo erreichte den höchsten Stand seit Juli 2011. Mit 83,6% fiel die Kapazitätsauslastung im Juli auch deutlich höher aus als vor Jahresfrist. Gemäß dem Statistischen Bundesamt stieg die Produktion im Juli und auch die Ergebnisse der ifo Konjunkturumfrage zeigten eine günstige Entwicklung an. Im September planten mehr Umfrageteilnehmer Produktionsausweitungen.

III.
Die befragten Maschinenbauer berichteten in den vergangenen Monaten von einer dynamischen Nachfrageentwicklung, die zuletzt noch einmal anzog. Dazu trug insbesondere die starke Nachfrage aus dem Euroraum bei. Dies zeigte sich auch in der positiven Entwicklung der Auftragsbestände und der Zufriedenheit mit den Orderbüchern, welche im Juli den höchsten Stand seit Dezember 2011 erreichte. Der Saldo sank zwar in den darauffolgenden Monaten leicht, die Vorjahreswerte wurden aber immer noch deutlich übertroffen. Die Kapazitätsauslastung verbesserte sich im Juli ebenfalls merklich. Der Lageindikator konnte die zur Jahresmitte aufgestellte Rekordmarke zuletzt nicht behaupten. Dennoch notierte er weiterhin auf einem ausgesprochen hohen Niveau.
Laut dem Statistischen Bundesamt waren die Umsätze im ersten Halbjahr 2017 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 2% gestiegen. Für das gesamte laufende Jahr wird eine nominale Steigerung von 3% erwartet. Auch wenn die Geschäftserwartungen in den vergangenen Monaten etwas nachgaben, waren diese nach wie vor von deutlichem Optimismus geprägt. Die stark exportabhängige Branche erwartete vor allem aus dem Auslandsgeschäft positive Impulse, der zugehörige Indikator erreichte den höchsten Stand seit beinahe sieben Jahren. Die Produktion wurde weiterhin vielerorts erhöht, womit die zuletzt niedrigen Lagerbestände wieder auf ein branchenübliches Niveau angehoben wurden. Für die
kommenden Monate ist zwar weiterhin mit Produktionsausweitungen zu rechnen, jedoch etwas seltener als in den beiden Monaten zuvor.

IV.
Der Geschäftsklimaindikator im Bereich Herstellung von elektrischen Ausrüstungen erreichte im August seinen vorläufigen Jahreshöchststand, gab im September jedoch wieder etwas nach.
Dabei lag der Wert weiterhin deutlich über dem Vorjahreswert und auch über dem langfristigen Durchschnitt. Dem Statistischen Bundesamt zufolge war der Umsatz für das zweite Quartal 2017 rund 4% ‒ im Juli sogar 10% ‒ höher als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Die Urteile zur derzeitigen Geschäftslage waren in diesem Zeitraum ebenfalls überaus positiv und konnten dieses Niveau auch in den beiden darauffolgenden Monaten halten. Analog zur sehr guten Geschäftslage zeigten sich die Umfrageteilnehmer auch mit ihren Auftragsbeständen überaus zufrieden. Im September erreichte der Saldo den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung.
Passend zur positiven Nachfrageentwicklung hatten die Unternehmen in den vergangenen Monaten mit per Saldo zu niedrigen Lagerbeständen zu kämpfen. Die Produktionspläne wurden dementsprechend erneut angehoben. Die Geschäftserwartungen gaben zuletzt zwar wieder leicht nach, per Saldo wurden aber weiterhin Zuwächse erwartet. Die Absatzchancen auf den ausländischen Märkten waren nicht mehr ganz so herausragend wie im August, die Ergebnisse deuten aber weiterhin klar auf ein Ansteigen der Ausfuhrtätigkeit hin.