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Großhandel: Geschäftsklima erhält Dämpfer

I.
Im Großhandel hat das Geschäftsklima einen Dämpfer erfahren. Der Indikator sank auf das Niveau vom Frühjahr, hielt sich jedoch deutlich über dem Vorjahreswert. Die Befragten schätzten ihre aktuelle Lage weniger gut ein als im Sommer und korrigierten ihre optimistischen Erwartungen nach unten. Die Entwicklung ging auf einen deutlichen Rückgang im Gebrauchs- und Verbrauchsgüterbereich zurück. Im Produktionsverbindungshandel blieb das Klima dagegen stabil. Im zweiten Quartal setzte sich das Umsatzwachstum den offiziellen Statistiken zufolge in abgeschwächter Form fort. Im Vergleich zum Vorjahresquartal stieg der Umsatz um real 0,4 und nominal 3,3%. Mit dem Umsatz gegenüber dem Vorjahresmonat zeigten sich die Großhändler im September etwas zufriedener.
Der Warenbestand sank aktuell und lag damit weiterhin unter dem langjährigen Mittelwert. Für die kommenden Monate planten die Händler häufiger, die Bestellmengen zu erhöhen. Die offiziellen Zahlen zu den Großhandelsverkaufspreisen zeigten für August wieder einen stärkeren Anstieg (3,2%), nachdem sich die Entwicklung im Juni und Juli, im Vergleich zum Frühjahr, etwas abgeschwächt hatte. Im September sind die Verkaufspreise der ifo Konjunkturumfrage zufolge sichtlich häufiger gestiegen und auch für die kommenden drei Monate wurden etwas häufiger steigende Verkaufspreise erwartet. Der Beschäftigtenaufbau hält weiter an. Zwar ist die Zahl der Beschäftigten den offiziellen Zahlen zufolge im Juni mit 0,8% weniger stark gestiegen als in den Vormonaten, für die kommenden drei Monate revidierten die Teilnehmer der Konjunkturumfrage ihre Beschäftigtenpläne jedoch weiter nach oben.

II.
Das Geschäftsklima im Großhandel mit Eisen, Stahl und Stahlhalbzeug erreichte aktuell den höchsten Wert seit der Wiedervereinigung. Die Befragten zeigten sich noch nie zufriedener mit der aktuellen Geschäftssituation und blickten gleichzeitig so optimistisch wie noch nie auf das kommende halbe Jahr. Der anhaltende Bauboom hat vermutlich weiterhin eine positive Wirkung auf die Branche und auch die in diesem Monat beschlossene Fusion von Tata Steel und ThyssenKrupp zeigt in den aktuellen Umfragedaten
möglicherweise bereits Auswirkungen. Im Juni war der Umsatz den offiziellen Statistiken zufolge im Vergleich zum Vorjahresmonat um 6,8% gesunken. Nach den aktuellen Umfrageergebnissen zeigten sich die Teilnehmer im September mehrheitlich erfreut über die Umsatzentwicklung. Da der Lagerbestand zuletzt per Saldo häufiger zu gering als zu hoch eingeschätzt wurde, planten die Befragten, die Bestellmengen in den kommenden Monaten deutlich häufiger auszuweiten. Die Zahlen des Statistischen Bundesamts und die Ergebnisse der Konjunkturumfrage zeigten für August wieder einen Anstieg der Verkaufspreise. Im September berichteten die Befragten erneut von deutlich gestiegenen Verkaufspreisen,
auch sind die Erwartungen für die Verkaufspreisentwicklung in den kommenden Monaten weiterhin nach oben gerichtet.
Die Beschäftigtenentwicklung war den offiziellen Daten zufolge im Juni leicht rückläufig. Nach den aktuellen Befragungsergebnissen dürfte sich die Beschäftigtenzahl in den kommenden Monaten deutlich häufiger positiv entwickeln. Der Saldo der Beschäftigtenerwartung war zuletzt vor sieben Jahren höher.

III.
Im Bereich Großhandel mit festen Brennstoffen und Mineralölerzeugnissen hat sich das seit Mai sehr gute Geschäftsklima abgekühlt. Beide Teilindikatoren sanken, jedoch trübten sich insbesondere die Geschäftsaussichten stark ein. Der Saldo hielt sich dennoch weit über dem branchentypischen Durchschnitt. Den offiziellen
Zahlen zufolge ist der Umsatz im Juni deutlich zurückgegangen (real – 6,1%). Im September zeigten sich die Befragten insgesamt zufrieden mit der Umsatzentwicklung im Vergleich zur Vorjahresperiode. Der in den Sommermonaten teilweise zu niedrige Lagerbestand konnte aktuell wieder etwas aufgefüllt werden, doch auch für die kommenden drei Monate planten die Befragten, die Bestellmengen weiter zu erhöhen. Nach den offiziellen Zahlen sind die Preise in der Branche im August wieder deutlich stärker gestiegen (8,2%). Den aktuellen Befragungsergebnissen zufolge hat sich diese Entwicklung im September verstärkt fortgesetzt: Fast die Hälfte der Befragten berichtete von gestiegenen Verkaufspreisen. Auch für die nahe Zukunft werden steigende Preise erwartet, jedoch seltener als zuvor. Nach den offiziellen Daten stieg die
Anzahl der Beschäftigten zwischen Februar und Mai jeweils um mehr als 4%, im Juni schwächte sich der Zuwachs mit 1,1% etwas ab. Nach den aktuellen Befragungsergebnissen planten die Händler im September per Saldo wieder häufiger mit Neueinstellungen.

IV.
Im Großhandel mit Bekleidung und Schuhen kam es im September zu einem Rückgang des Geschäftsklimas. Dies war ausschließlich darauf zurückzuführen, dass sich die befragten Händler mit der aktuellen Geschäftslage weniger zufrieden zeigten als im Vormonat. Der Wert blieb jedoch deutlich über dem branchentypischen Durchschnitt. Die Geschäftsaussichten klarten dagegen weiter auf. Im Juni war der vom Statistischen Bundesamt veröffentlichte Umsatz im Vergleich zur Vorjahresperiode um 4,1% gestiegen. Den aktuellen Ergebnissen der Konjunkturumfrage zufolge zeigten sich die Befragten per Saldo zufrieden mit der Umsatzentwicklung im September. Obwohl der Lagerbestand zuletzt erneut häufiger als zu groß beurteilt wurde, planten die Befragten, die Bestellmengen häufiger auszuweiten. Nach den Zahlen des Statistischen Bundesamts stiegen die Verkaufspreise im August mit 0,1% nur minimal. Im September berichteten die Befragten seltener von gestiegenen Verkaufspreisen, wobei für die kommenden Monate wieder mit besseren Preisgestaltungsmöglichkeiten gerechnet wurde. Nach den Ergebnissen der Konjunkturumfrage und den Zahlen des Statistischen Bundesamts war die Beschäftigtenentwicklung
in diesem Jahr eher rückläufig. Für die kommenden drei Monate rechneten die Befragten per Saldo mit einem weiteren Beschäftigtenrückgang.