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Dienstleistungen: Geschäftsklima weiter aufgehellt

ifo Konjunkturperspektiven 08 / 2017 44. Jahrgang

I.
Im Dienstleistungssektor verbesserten sich die Geschäftsaussichten bereits zum vierten Mal in Folge und sind nun wieder merklich optimistischer als im langjährigen Mittel. Die Stimmung im Dienstleistungssektor ist als sehr gut einzustufen. Der Geschäftsklimaindikator erreichte den bisher höchsten Wert des Jahres und liegt deutlich über seinem langfristigen Mittelwert. Im ersten Quartal konnten die unternehmensnahen Dienstleister laut Statistischem Bundesamt ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern (+ 6,3%). Die Angaben der an der Konjunkturumfrage teilnehmenden Firmen lassen einen weiter steigenden Umsatz erwarten, wenn auch die entsprechenden Saldenwerte etwas unter denen des ersten Quartals liegen. Für die kommenden Monate wird zudem häufiger mit steigender Nachfrage gerechnet.
Die Zufriedenheit mit der aktuellen Geschäftssituation war nach wie vor weit verbreitet und die Beurteilung des aktuellen Auftragsbestands war ebenfalls sehr positiv. Dies spiegelt sich auch in den steigenden Beschäftigtenzahlen wider. Laut Statistischem Bundesamt sind diese im ersten Quartal um 3,1% zum Vorjahr gestiegen.
Die an der Konjunkturumfrage teilnehmenden Unternehmen gaben nach wie vor überdurchschnittlich häufig an, dass sie ihren Personalbestand in den vergangenen Monaten vergrößern konnten. Den Umfrageergebnissen zufolge soll diese Expansion in den kommenden Monaten in leicht abgeschwächtem Ausmaß fortgesetzt werden. Allerdings haben die Firmen vermehrt Probleme bei der Suche nach geeignetem Personal; so wurde zunehmend häufig ein die Geschäftstätigkeit behindernder Fachkräftemangel angegeben (Juli: 31%).

Besonders positiv entwickelten sich die Umfragewerte im Bereich der Reisebüros und Reiseveranstalter oder auch im Bereich der Personaldienstleister. Der Geschäftsklimaindikator erreichte bei ersterem den höchsten Wert seit knapp drei Jahren und bei letzterem den höchsten Wert seit mehr als sechs Jahren.

II.
Im Gastgewerbe waren die befragten Firmen mit Ausnahme des Januars über das ganze Jahr hinweg sehr zufrieden mit ihrer Geschäftssituation. Zudem blickten sie im Frühjahr mit großen Erwartungen auf die Sommermonate. Entsprechend verzeichnete der Geschäftsklimaindikator ein Hoch im Juni, also zu Beginn der Urlaubs- und Ferienzeit. Zuletzt überwogen die optimistischen Erwartungen nur noch leicht die pessimistischen. Wie bereits in den Vorjahren profitiert das deutsche Gastgewerbe von der angespannten Lage in einigen klassischen Urlaubsländern. Die Touristen weichen zu einem großen Teil auf andere Urlaubsregionen aus oder verbringen ihren Urlaub in Deutschland. So stieg die Gästezahl 2016 an und diese Entwicklung setzte sich auch im ersten Halbjahr 2017 fort. Das günstige Bild wird von den Angaben der an der Konjunkturumfrage teilnehmenden Firmen zur Umsatzentwicklung bestätigt. So gaben diese überdurchschnittlich häufig an, ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr und auch im Vergleich zum Vormonat gesteigert zu haben. Das Statistische Bundesamt weist für das erste Halbjahr ein Umsatzwachstum zum Vorjahr von 2,1% aus. Allerdings erwarteten die Umfrageteilnehmer nur noch vereinzelt eine günstige Entwicklung der Nachfrage in den kommenden Monaten. Dem Statistischen Bundesamt zufolge lagen die Beschäftigtenzahlen im ersten Halbjahr nur marginal über denen des Vorjahrs. Wie die Personalplanungen der befragten Unternehmen zeigen, wird die verhaltene Personalpolitik auch in den kommenden Monaten fortgeführt werden. Die Preise sollen zwar weiterhin angehoben werden, jedoch nicht im branchenüblichen Ausmaß.

Im Teilbereich Beherbergung zeigten sich die Firmen überaus zufrieden mit ihrer Geschäftssituation. Seit Februar bewegt sich der entsprechende Saldenwert auf hohem Niveau mit Werten zwischen + 35 und + 41,4 Punkten. Die Nachfrageerwartungen waren jedoch deutlich weniger optimistisch. Den Zahlen des Statistischen Bundesamts zufolge war insbesondere der Mai ein sehr ertragreicher Monat. Der Umsatz lag um 7% über dem Vorjahresergebnis und insgesamt fiel der Umsatz im ersten Halbjahr um 2,4% höher aus als im Vorjahr. Bereits im Juli wurden jedoch die optimistischen Urteile bezüglich der Geschäftsentwicklung in den kommenden Monaten drastisch zurückgenommen. Im August wurden per Saldo nur noch vereinzelt positive Aussichten angegeben. Die Anzahl an Beschäftigten ist im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahr um 1,2% angestiegen und die Personalplanungen sind nach wie vor auf leichte Expansion ausgerichtet.
In der Gastronomie erreichte die Stimmung im Juni ihren Höhepunkt, nachdem sie sich von Dezember an – mit Ausnahme des Mai – kontinuierlich verbesserte. Im August lag der Geschäftsklimaindikator nur noch leicht über dem langfristigen Durchschnitt. Zwar kann die Geschäftslage weiterhin als gut bezeichnet werden, jedoch nicht mehr als so positiv wie noch im Juni. Darüber hinaus wurden die Aussichten als weniger günstig eingestuft und der entsprechende Saldenwert unterschritt sein historisches Mittel.
Die offiziellen Zahlen für das erste Halbjahr zeigen ein Umsatzwachstum zum Vorjahr von 2,1%. Jedoch hielten sich im August die positiven und negativen Urteile zur Nachfrageerwartung nahezu die Waage, nachdem sie im Vormonat noch vielerorts als günstig galten. Negativ entwickelten sich die Beschäftigtenzahlen der Branche. So wird für das erste Halbjahr ein leichter Rückgang um 0,2% zum Vorjahr angegeben. Diese Entwicklung entspricht auch den negativen Angaben der Unternehmen zur Entwicklung ihrer Belegschaft. Die Firmen planen, auch in den kommenden Monaten den Personalbestand eher zu verkleinern als zu vergrößern.