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Dräxlmaier geht über die Landesgrenze

Thedinghäuser Zeitung, 06.05.2016

Logistikzentrum in Bremen und Schließung des Produktionswerks Achim

ACHIM/BREMEN J Dräxlmaier verlässt Achim und geht nach Bremen-Hemelingen. Während in Achim der Produktionsstandort 2017 ausläuft, soll schon im November 2016 ein Logistikzentrum für den Automobilzulieferer in Hemelingen eröffnet werden. Die Nachricht zu Achim ist alt, die zu Bremen-Hemelingen neu.

Das Unternehmen teilt über seine Kommunikationsagentur das so mit: 'Damit ist die sequenzgenaue Just-in- time Anlieferung von Dräxlmaier-Umfängen zum nahe gelegenen Kundenwerk gewährleistet. Bei voller Auslastung werden im Logistik-Standort circa 60 Mitarbeiter beschäftigt sein.'

In dem Neubau an der Bordeauxstraße in Hemelingen, das in den ersten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts zum Altkreis Achim gehörte, entsteht derzeit ein Logistik- Standort, der allen Anforderungen an ein modernes Logistikzentrum gerecht werde, heißt es. 'Wir müssen flexibel auf die Bedürfnisse unserer Kunden reagieren können. Das haben wir mit der Gründung des Logistik-Standorts in Bremen getan, in einer Region, in der die Dräxlmaier-Group schon seit Langem verankert ist', sagt Berndt Aster, der bei der Firma für den regionalen Produktionsverbund zuständig ist. 'Mit dem neuen Standort stellen wir den Durchfluss auch bei steigenden Warenumfängen sicher', so Aster weiter.
Der neue, hochmoderne Auslieferungsstandort in Hemelingen sei geografisch und verkehrstechnisch optimal und in unmittelbarer Kundennähe gelegen. 'Mit dem Logistik- Standort im Bremer Stadtteil lebt Dräxlmaier aufgrund der geringen Entfernung zum Kundenstandort von nur etwa sechs Kilometern große Kundennähe', schwärmt Johann Kobold, verantwortlich für das Supply Chain Management bei Dräxlmaier. 'Der Logistik- Standort gewährleistet kurze Transportwege, womit wir auch die Umwelt entlasten.'

Sicher nur ein unbedeutender Nebeneffekt.
Warum war das nicht auch alles in Achim möglich, das ja auch 'um die Ecke' liegt, fragt man sich. Hier hatte das Unternehmen mit Hauptsitz in Bayern sich 2000 mit 350 Arbeitsplätzen im neuen Gewerbepark Uesen auch mit kräftiger städtischer Subvention angesiedelt, und galt lange als der Ansiedlungserfolg des Weserstädtchen.
Das Unternehmen produzierte hochwertige Armaturen, Automobil-Interieur für Mercedes in Bremen und später auch andere Firmen wie zum Beispiel Audi, Porsche und Jaguar. Stück für Stück wurde später die Produktion auch verlagert in Billiglohnländer wie zum Beispiel Rumänien.

So standen rumänische Laster bis in jüngster Zeit regelmäßig vor dem Achimer Werk im Finigen. Auch an Wochenenden verbrachten Fahrer in und vor ihnen ihre 'Freizeit'.
Bis dann schließlich für die Stadt Achim die schwarze Nachricht kam, dass der renommierte Automobilzulieferer Achim verlassen wird.
Nun lassen sich nach Dräxlmaier-Angaben die großen bald stillgelegten Achimer Produktionshallen nicht zu einem Logistikzentrum umwandeln.
Bereits in den nächsten Monaten werden die ersten Mitarbeiter auf die neuen Tätigkeiten in Hemelingen mit einem Schulungsprogramm vorbereitet. Im November ist die Eröffnung des Logistikstandorts Bremen geplant. Die 60 Mitarbeiter werden insgesamt bei vollem Betrieb als operative Mitarbeiter, Systembetreuer für JISSysteme, Mitarbeiter für Qualität, Schichtleiter und administrative Mitarbeiter beschäftigt sein. Beschäftigten aus dem Produktionswerk Achim werden Stellen im Logistikwerk angeboten. Falls nötig werden sie für die neuen Aufgaben qualifiziert, heißt es. Von der Produktion müssten sie in die Logistik wechseln.

Der Automobilzulieferer ist 'in enger Abstimmung' mit der Stadtverwaltung in Achim, um eine zügige Nachnutzung der Produktions-Immobilie in Achim sicherzustellen, lässt er mitteilen.
Der kleinen Weserstadt wird dann ab 2017 zunächst einmal nur in unmittelbarer Nachbarschaft der neu angesiedelte Automobilzulieferer Boysen bleiben, der auf Abgassysteme spezialisiert ist.